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Swinburne University of Technology Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht von Hans L.
Hochschule: Swinburne University of Technology
Stadt: Melbourne
Land: Australien
Studiengang: Accounting
Studienart: Semester
Zeitraum: Juli 2008 bis Januar 2009
Bewertungen:
Studieninhalte:  (2.0)
Studienbedingungen:  (1.7)
Leben:  (1.3)
Fun:  (1.0)
Nutzen/Referenz:  (2.0)
Kosten:  (3.0)
Durchschnittsbewertung:  (1.8)
Bericht:
Ich hatte mich relativ spät für die Swinburne University beworben, da ich Probleme mit dem Bafög hatte. Deshalb ging meine Bewerbung kurz vor der deadline ein und ich wusste nicht, ob ich die Studiengebühren bezahlen konnte. Doch statt einer schroffen Antwort a la „Das ist nicht unser Problem“ haben mir college-contact und das Swinburne Team wirklich geholfen! So wurde eine Fristverlängerung von einem Monat vereinbart und ich musste nur eine kleine Anzahlung von 500 Dollar leisten, bis ich mein Bafög Problem gelöst hatte. So durfte ich erfreut feststellen, dass australische Unis wirklich Serviceunternehmen sind und Studenten Kunden. Wäre ich auf mich selbst gestellt, hätte ich wahrscheinlich schon längst aufgegeben.

Ich hatte mich für die Swinburne University besonders aus einem Grund beworben: Die Swinburne fängt für australische Verhältnisse sehr spät an (Anfang August bzw. März) und führt nicht dazu, dass man ein zusätzliches Semester wegen Überschneidung verliert! Das ist der entscheidende Vorteil der Swinburne. Aber auch für das Reisen ist anschließend genug Zeit, da das Semester Ende November/Juni endet und man dann mindestens 3 Monate Zeit zum Reisen hat, bis das nächste Semester in Deutschland wieder anfängt.

Das Studium selbst war für mich gewöhnungsbedürftig, da es doch Unterschiede zum deutschen System gibt. Die Kurse sind einfacher als vergleichbare Kurse in Deutschland, aber dafür ist es viel mehr Arbeit. So muss man in der Regel für einen Accounting Schein eine Zwischenklausur, eine Präsentation, eine Hausarbeit und eine Abschlussklausur schreiben. Dies bedeutet konstantes Lernen, da es auch Hausaufgaben gibt, die kontrolliert werden. Auf keinen Fall sollte man aber Angst oder Scheu wegen den Englisch Kenntnissen haben! 60% der Studenten an der Swinburne sind Ausländer und die Professoren sind äußerst geduldig, gerade auch was sprachliche Probleme angeht. Des Weiteren bietet die Universität kostenlose Englisch Kurse an, wobei diese mehr die Grundlagen beinhalten. Ungewöhnlich ist auch die Hilfsbereitschaft der Professoren So haben Professoren keine Sekretärinnen, die Türen sind immer offen und auf E-Mails wird meist am gleichen Tag geantwortet. So wollte ich von einem Professor eine Unterschrift holen, um seinen Kurs besuchen zu dürfen, wurde aber 30 Minuten lang beraten und hatte am Ende einen komplett neuen Stundenplan.

Bei der Kurswahl sollte man sehr vorsichtig sein. Man hat nur in der ersten Woche Zeit, Kurse hinzu zufügen. Deshalb sollte man bei der Bewerbung schon 5-6 Kurse angeben, denn Kurse abgeben kann man einen vollen Monat. Überraschend war für mich auch, dass die Bachelor und Master Kurse identisch sind. Ich kann das jetzt nur für die Steuerkurse (HBC230 und der Master HBC615) sagen. Klausuren, Skripte, Präsentationen waren exakt gleich, nur die Zeiten waren unterschiedlich.

Äußerst positiv ist auch die Betreuung an der Universität. Gab es an meiner deutschen Uni ein paar Trinkspiele und ein paar Informationsveranstaltungen, wurde mir hier ein einwöchiges Programm geboten. So wurden Ausflüge veranstaltet oder man bekam einen australischen Studenten als Paten für das Nachtleben gestellt. Auch nach der Orientierungswoche bot die Uni alle 3 Wochen Ausflüge an wie Rafting oder einen Zoo Besuch, um Kontakte zwischen den Studenten herzustellen.

Eine gute Unterkunft zu bekommen, ist für Studenten der Swinburne University schwer. Melbourne hat 6 große Universitäten und die Swinburne startet als Letzte, weshalb die meisten guten Unterkünfte schon vergeben waren, als ich ankam. Vorab sich ein Zimmer in einer WG zu suchen ist praktisch nicht möglich, aber auch nicht ratsam. Zwar bietet die Universität Zimmer an, aber kosten diese pro Woche ca. 220 Dollar (normal sind eher 150AUD pro Woche) und man muss sich früh für diese Zimmer anmelden. Man sollte ruhig lieber ein bisschen länger in einem Hostel wohnen, um nicht hektisch die Erstbeste WG zu nehmen, denn in der Regel schließt man Verträge über 6 Monate ab.

Alternativ kann man auch in eine Gastfamilie gehen. Diese kosten zwar ca. 240 AUD pro Woche, beinhalten aber meist Frühstück und Abendessen. Man sollte aber nicht vergessen, dass man in einer Familie wohnt und dementsprechend gewisse Regeln einzuhalten hat.

Bevor man sich entscheidet, ein Auslandssemester in Australien zu machen, sollte man sich der Kosten bewusst sein. Für 6 Monate Leben in Melbourne und alle anderen Kosten wie Studiengebühren, Flug, Visa etc. muss man ca. 10.000 Euro einplanen. In dieser Kalkulation ist aber nicht das Reisen drin, welches gerade für Australien obligatorisch ist. Das Bafög deckt den größten Teil der Kosten ab, bei dem Bafög Höchstsatz insgesamt knapp 9000 Euro, aber ohne eigene Mittel wird es nicht gehen. Man kann aber auch in Melbourne arbeiten gehen. Das Studentenvisum erlaubt eine Nebenbeschäftigung und man kann bei geschickter Wahl der Kurszeiten (jede Vorlesung wird meist zweimal pro Woche gehalten) sich immer 1 oder sogar 2 Tage frei halten. Auch hier sollte man sich nicht von Sprachproblemen abschrecken lassen, denn es gibt z.B. unzählige Fast Food Restaurants, die Küchenhilfen suchen.


Ich kann jedem nur raten, nach Australien zu gehen, wenn er die Chance hat. Ein Auslandssemester bedeutet zwar sehr viel Arbeit, aber man wird es nie bereuen…

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