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Shanghai University Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht von N. N.
Hochschule: Shanghai University
Stadt: Shanghai
Land: China
Studiengang: Wirtschaftswissenschaften/Soziologie
Studienart: Semester
Zeitraum: September 2011 bis Dezember 2011
Bewertungen:
Studieninhalte:  (2.3)
Studienbedingungen:  (2.0)
Leben:  (1.3)
Fun:  (1.0)
Nutzen/Referenz:  (1.0)
Kosten:  (2.3)
Durchschnittsbewertung:  (1.7)
Bericht:
Erfahrungsbericht Shanghai University

- Uni -

Das viermonatige Programm der Shanghai University beginnt mit einem Einführungstag. Nachdem man sich auf dem sehr überschaubaren Campus registriert hat, stellt sich der Studiengangsleiter (welcher auch kontinuierlicher Ansprechpartner ist) vor und erklärt wie die kommenden vier Monate ablaufen werden. Anschließend bekommt man eine ausführliche Tour über den Campus.

Hier hat man die Möglichkeit seinen Studiengang, bestehend aus ca. 40 Personen kennen zu lernen. Die neuen Kommilitonen kommen überwiegend aus Europa.

Das Programm selbst ist simpel gestaltet: neben sechs Fächern (alle auf Englisch), die sich aus allgemeiner Betriebswirtschaftslehre mit Bezug auf die Chinesische Wirtschaft und Kultur zusammensetzten, hat man zudem noch einen intensiven Anfängerkurs in Chinesisch.
Alle Fächer sind insgesamt sehr gut zu meistern und nicht unendlich anspruchsvoll. Die Vorlesungen sind aber dennoch gut gestaltet und auf Grund der Größe wird viel Projektarbeit verlangt. Es besteht in den meisten Fächern eine Anwesenheitspflicht.

Sehr viel Spaß macht der gemeinsame Ausflug in die naheliegenden Städte Suzhou und Hangzhou. Dieser Wochenendtrip wird hervorragend von der Universität organisiert und ist im Preis mit in begriffen. Wer jetzt Angst hat, dass die Uni einen in die günstigste zu findende Jugendherberge steckt, den kann ich beruhigen: Untergebracht wird man in einem tollen Viersternehotel (mit unglaublich gutem Essen und Ausblick). Zudem wird man überall von einem angemietetem Bus hingefahren und muss sich um wirklich nichts kümmern – der Studiengangsleiter verteilt sogar eine Liste mit Bars und Clubs, sodass man sich abends auch nicht langweilen muss.

- Stadt -

Neben der Uni gibt es aber noch etwas anderes: Shanghai.

Shanghai ist eine unglaubliche Stadt und sehr schwer zu beschreiben. Shanghai ist so unendlich divers, so gibt es Ecken, man könnte meinen durch kleine Französische Gassen zu laufen und plötzlich - 20 Minuten später - ist man in Manhattan. Doch dann ist da noch China, mit seinen anderen Gewohnheiten, seinen Menschen und Bauten – und all das prallt zusammen zu einem wirklich beeindruckenden Bild voller Widersprüche und kultureller Unterschiede.

Doch das ist gerade das, was Shanghai so interessant macht: Es gibt in dieser Stadt nichts, was es nicht gibt.

- Essen & Trinken -

So findet man dort eigentlich alle kulinarischen Experimente aus allen Ecken der Welt wieder. Chinesisches Essen gibt es überall und zu allen Preisen. So kann man sich vielerorts z.B. mit „Streetfood“ für ca. einen Euro satt essen oder man geht mit Freunden „Teppanyaki“ (ca. 20 Euro) essen – apropos; eine geniale Variante um einen langen Abend zu beginnen: Für ca. 20 Euro gibt es ein „all-you-can-eat-and-drink“ Menü. Das Essen selbst wird dabei live am Tisch zubereitet und Bier, Wein und Sake fließen bis man schließlich drunter liegt. Teppanyaki gibt es viele in Shanghai und sollte man, neben der chinesischen Küche, probiert haben. Doch dies sind nur Auszüge. Die kulinarische Liste ist lang und sollte bei längerem Aufenthalt erkundigt werden.

Wer sein Geld lieber für Drinks anstelle von Essen ausgeben möchte, sollte in dieser Stadt sicherlich auf seine Kosten kommen. So bietet Shanghai die Möglichkeit neben typischen westlichen Bars und Clubs (die preislich vergleichbar mit denen deutscher Großstädte sind) auch die chinesische Trink- und Feierkultur kennen zu lernen.

So trifft sich auch Nachts der Westen einmal wieder mit Asien und konstruiert ein skurriles, doch sehr sympathisches Bild einer Feiergemeinschaft.

- Kultur -

Wer seinen Eltern nicht nur seine Eindrücke der Restaurant-, Bar-, und Clublandschaften schildern möchte, dem bietet die Stadt neben den vielen aufwendig restaurierten Tempeln eine fülle an sehenswerten Museen und Ausstellungen, die sich wirklich sehen lassen können. Die Stadt investiert jährlich Millionen um internationale Kunst nach China zu bringen.

- Wohnen & Infrastruktur -

Shanghai ist mit seinen 23 Millionen Einwohner eine chaotische und teils anstrengende Stadt - für wen das kein Problem ist, der sucht sich eine WG (ca. 300,- über: smartshanghai.com) im Stadtzentrum und fährt mit der wirklich gut vernetzten Metro in die Uni (ca. 30 - 45min). Allen anderen sind die günstigeren Campus Apartments zu empfehlen. Verhältnismäßig bekommt man aber in der Stadt mehr für sein Geld als wenn man auf dem Campus wohnt, was aber sicherlich teils den Anschluss zu anderen Studenten stört.

Zwar sind die Lebensunterhaltungskosten nicht sonderlich hoch, doch gibt man letztlich nicht weniger Geld aus als in Deutschland - man bekommt aber deutlich mehr dafür.

- Fazit -

Ein Auslandsemester ist niemals nur ein Besuch einer anderen Uni – es ist vielmehr das Entdecken einer anderen Stadt, eines Landes und seiner Menschen und ihrer Kulturen. Shanghai ist also besonders denen zu empfehlen, die mal etwas „anderes“ sehen wollen und kein Problem mit visueller Kommunikation haben (nur wenige sprechen Englisch!). Dennoch hat der Westen in Shanghai stark seinen Platz gefunden, so dass man sich auch über einen längeren Zeitraum in Shanghai sehr wohl fühlen kann, wenn man sich nicht schon am zweiten Tag in ihre Lebensart verliebt hat.

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